Prozesssteckbrief
Der Prozess‑Steckbrief bietet eine klare, einheitliche und standardneutrale Methode zur Beschreibung von Geschäftsprozessen.
Kurzbeschreibung
Ein Prozess‑Steckbrief dient der kompakten und einheitlichen Beschreibung eines Geschäftsprozesses. Er fasst die wichtigsten Merkmale eines Prozesses zusammen – darunter Zweck, Start- und Endpunkt, zentrale Schritte, beteiligte Rollen sowie wesentliche Eingaben und Ausgaben. Durch diese strukturierte Darstellung wird es auch für kleine Organisationen ohne ausgeprägte Prozessmanagement‑Erfahrung leichter, ihre Abläufe nachvollziehbar zu dokumentieren und voneinander abzugrenzen. Der Steckbrief bildet damit eine praxisnahe Grundlage für eine konsistente Prozesslandschaft und unterstützt spätere Analysen oder Modellierungen, ohne selbst an einen bestimmten Standard gebunden zu sein.
Mustervorlage
Prozess-Steckbrief: <Name des Prozess>
- Prozesstyp
- (Kernprozess / Unterstützender Prozess)
- Zweck / Nutzen
- Kurze Beschreibung, warum es diesen Prozess gibt und welchen Beitrag er zur Leistungserbringung oder Unternehmenssteuerung leistet.
- Startpunkt
- Ereignis oder Auslöser, der den Prozess beginnt (z. B. Kundenanfrage, interner Bedarf, Auftragseingang).
- Endpunkt
- Zustand, bei dem der Prozess als abgeschlossen gilt (z. B. Lieferung erfolgt, Rechnung gestellt, Ticket geschlossen).
- Verantwortliche Rolle
- Rolle, die die Gesamtverantwortung trägt (z. B. Vertriebsleitung, Serviceleitung, IT-Leitung).
- Beteiligte Rollen
- Rollen, die im Prozess mitwirken (z. B. Sachbearbeitung, Einkauf, Support, Buchhaltung).
- Hauptschritte
-
- Schritt
- Schritt
- Schritt
- Schritt
- Schritt
- (3–7 Schritte genügen; keine Detailtiefe notwendig.)
- Wesentliche Eingaben
- Informationen, Dokumente oder Ressourcen, die benötigt werden (z. B. Kundenanforderungen, Materialbedarf, interne Freigaben).
- Wesentliche Ausgaben
- Ergebnisse oder Artefakte, die am Ende entstehen (z. z. Angebot, Produkt, Serviceleistung, Bericht).
- Verwendete Systeme / Werkzeuge
- IT-Systeme oder Tools, die im Prozess genutzt werden (z. B. ERP, CRM, Ticketsystem, Dateifreigaben).
- Schnittstellen zu anderen Prozessen
-
- Prozess A
- Prozess B
- Prozess C
(Beschreibt, wo Übergaben stattfinden oder Abhängigkeiten bestehen.)
- Häufigkeit / Ausführungsrhythmus
- Wie oft der Prozess typischerweise durchlaufen wird (z. B. täglich, bei Bedarf, pro Auftrag).
- Bemerkungen
- Weitere Hinweise, Besonderheiten oder Einschränkungen.
Beispiel
Prozess-Steckbrief: Vertrieb / Akquise
- Prozesstyp
- Kernprozess
- Zweck / Nutzen
- Gewinnung neuer Kunden und Aufträge durch strukturierte Ansprache, Bedarfsklärung und Angebotserstellung. Der Prozess stellt sicher, dass potenzielle Kunden identifiziert, qualifiziert und in zahlende Kunden überführt werden.
- Startpunkt
- Eingang eines Leads oder einer Anfrage (Website, Telefon, Empfehlung, Messe, E-Mail) oder aktive Kontaktaufnahme durch das Unternehmen.
- Endpunkt
- Abschluss des Vertriebsprozesses durch Auftragserteilung oder dokumentierte Absage.
- Verantwortliche Rolle
- Vertriebsleitung oder Geschäftsführung (je nach Unternehmensgröße).
- Beteiligte Rollen
- Vertriebssachbearbeitung, Fachabteilungen (für Aufwandsschätzungen), Marketing (Lead-Generierung), Geschäftsführung (Freigaben).
- Hauptschritte
-
- Lead erfassen und qualifizieren
- Erstkontakt herstellen und Bedarf klären
- Interne Abstimmung mit Fachabteilung zur Machbarkeit und Aufwandsschätzung
- Angebot erstellen und intern freigeben
- Angebot an Kunden versenden
- Rückfragen beantworten und Nachfassen
- Verhandlung und Klärung offener Punkte
- Auftrag gewinnen oder Absage dokumentieren
- Wesentliche Eingaben
- Kundenanforderungen, Leistungsbeschreibungen, Preislisten, interne Kalkulationsgrundlagen, Marketing-Leads, historische Kundendaten.
- Wesentliche Ausgaben
- Qualifizierter Lead, Angebot, Angebotskalkulation, Vertriebsdokumentation, Auftrag oder Absage.
- Verwendete Systeme / Werkzeuge
- CRM-System, E-Mail, Office-Anwendungen, ERP-System (für Kalkulation), Website-Formulare, ggf. Ticketsystem.
- Schnittstellen zu anderen Prozessen
-
- Marketing (Lead-Generierung)
- Projekt- oder Auftragsabwicklung (bei Auftragserteilung)
- Rechnungsstellung (nach Leistungserbringung)
- Kundenservice (für Bestandskundenpflege)
- Häufigkeit / Ausführungsrhythmus
- Laufend; typischerweise täglich oder wöchentlich, abhängig von Branche und Unternehmensgröße.
- Bemerkungen
- Eine konsistente Dokumentation im CRM-System verbessert Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Schnelle Reaktionszeiten erhöhen die Abschlusswahrscheinlichkeit. Einheitliche Angebotsvorlagen und klare Freigabeprozesse steigern Effizienz und Qualität.