Prozesssteckbrief

Aus ISMS-Ratgeber WiKi
Version vom 28. Oktober 2026, 13:35 Uhr von Dirk (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen

Der Prozess‑Steckbrief bietet eine klare, einheitliche und standardneutrale Methode zur Beschreibung von Geschäftsprozessen.

Kurzbeschreibung

Ein Prozess‑Steckbrief dient der kompakten und einheitlichen Beschreibung eines Geschäftsprozesses. Er fasst die wichtigsten Merkmale eines Prozesses zusammen – darunter Zweck, Start- und Endpunkt, zentrale Schritte, beteiligte Rollen sowie wesentliche Eingaben und Ausgaben. Durch diese strukturierte Darstellung wird es auch für kleine Organisationen ohne ausgeprägte Prozessmanagement‑Erfahrung leichter, ihre Abläufe nachvollziehbar zu dokumentieren und voneinander abzugrenzen. Der Steckbrief bildet damit eine praxisnahe Grundlage für eine konsistente Prozesslandschaft und unterstützt spätere Analysen oder Modellierungen, ohne selbst an einen bestimmten Standard gebunden zu sein.

Mustervorlage:

Prozess-Steckbrief: <Name des Prozess>

Prozess-ID
(Eindeutige Kennzeichnung/ID des Prozess)
Prozesstyp
(Kernprozess / Unterstützender Prozess)
Kurzbeschreibung
Kurze Beschreibung des Zwecks des Geschäftsprozesses und seines Beitrags zur Auftragserfüllung, Leistungserbringung oder Erreichung der Institutionsziele. Das wesentliche Ergebnis muss hier oder unter "Wesentliche Ausgaben" erkennbar sein.
Startpunkt
Ereignis oder Auslöser, der den Prozess beginnt (z. B. Kundenanfrage, interner Bedarf, Auftragseingang).
Endpunkt
Zustand, bei dem der Prozess als abgeschlossen gilt (z. B. Lieferung erfolgt, Rechnung gestellt, Ticket geschlossen).
Verantwortliche Rolle
Rolle, die die Gesamtverantwortung trägt (z. B. Vertriebsleitung, Serviceleitung, IT-Leitung).
Beteiligte Rollen
Rollen, die im Prozess mitwirken (z. B. Sachbearbeitung, Einkauf, Support, Buchhaltung).
Hauptschritte
  1. Schritt
  2. Schritt
  3. Schritt
  4. Schritt
  5. Schritt
(3–7 Schritte genügen; keine Detailtiefe notwendig.)
Wesentliche Eingaben
Informationen, Dokumente oder Ressourcen, die benötigt werden (z. B. Kundenanforderungen, Materialbedarf, interne Freigaben).
Wesentliche Ausgaben
Ergebnisse oder Artefakte, die am Ende entstehen (z. z. Angebot, Produkt, Serviceleistung, Bericht).
Wesentliche Anwendungen (verwendete Systeme und Werkzeuge)
IT-Systeme oder Tools, die im Prozess genutzt werden (z. B. ERP, CRM, Ticketsystem, Dateifreigaben).
Schnittstellen zu anderen Prozessen
  • Prozess A
  • Prozess B
  • Prozess C

(Beschreibt, wo Übergaben stattfinden oder Abhängigkeiten bestehen.)

Häufigkeit / Ausführungsrhythmus
Wie oft der Prozess typischerweise durchlaufen wird (z. B. täglich, bei Bedarf, pro Auftrag).
Bemerkungen
Weitere Hinweise, Besonderheiten oder Einschränkungen.

Beispiel:

Prozess-Steckbrief: Vertrieb / Akquise

Prozess-ID
KP-001
Prozesstyp
Kernprozess
Kurzbeschreibung
Gewinnung neuer Kunden und Aufträge durch strukturierte Ansprache, Bedarfsklärung und Angebotserstellung. Der Prozess stellt sicher, dass potenzielle Kunden identifiziert, qualifiziert und in zahlende Kunden überführt werden.
Startpunkt
Eingang eines Leads oder einer Anfrage (Website, Telefon, Empfehlung, Messe, E-Mail) oder aktive Kontaktaufnahme durch das Unternehmen.
Endpunkt
Abschluss des Vertriebsprozesses durch Auftragserteilung oder dokumentierte Absage.
Verantwortliche Rolle
Vertriebsleitung
Beteiligte Rollen
Vertriebssachbearbeitung, Fachabteilungen (für Aufwandsschätzungen), Marketing (Lead-Generierung), Geschäftsführung (Freigaben).
Hauptschritte
  1. Lead erfassen und qualifizieren
  2. Erstkontakt herstellen und Bedarf klären
  3. Interne Abstimmung mit Fachabteilung zur Machbarkeit und Aufwandsschätzung
  4. Angebot erstellen und intern freigeben
  5. Angebot an Kunden versenden
  6. Rückfragen beantworten und Nachfassen
  7. Verhandlung und Klärung offener Punkte
  8. Auftrag gewinnen oder Absage dokumentieren
Wesentliche Eingaben
Kundenanforderungen, Leistungsbeschreibungen, Preislisten, interne Kalkulationsgrundlagen, Marketing-Leads, historische Kundendaten.
Wesentliche Ausgaben
Qualifizierter Lead, Angebot, Angebotskalkulation, Vertriebsdokumentation, Auftrag oder Absage.
Wesentliche Anwendungen (verwendete Systeme und Werkzeuge)
CRM-System, E-Mail, Office-Anwendungen, ERP-System (für Kalkulation), Website-Formulare, ggf. Ticketsystem. (Systeme mit klarem Verweis benennen)
Schnittstellen zu anderen Prozessen
  • Marketing (Lead-Generierung)
  • Projekt- oder Auftragsabwicklung (bei Auftragserteilung)
  • Rechnungsstellung (nach Leistungserbringung)
  • Kundenservice (für Bestandskundenpflege)
Häufigkeit / Ausführungsrhythmus
Laufend; typischerweise täglich oder wöchentlich, abhängig von Branche und Unternehmensgröße.
Bemerkungen
Eine konsistente Dokumentation im CRM-System verbessert Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Schnelle Reaktionszeiten erhöhen die Abschlusswahrscheinlichkeit. Einheitliche Angebotsvorlagen und klare Freigabeprozesse steigern Effizienz und Qualität.